Geschichte wird gemacht - Aktivisten aus Weiden marschieren durchs Brandenburger Tor
Veröffentlicht am 06. Juni 2007  —  Videoaufnahmen
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Spontandemo
Weiden/Berlin. Am 2. Juni 2007 stand die Großdemonstration des Nationalen Widerstandes gegen den G8-Gipfel in Heiligendamm auf dem Plan. Voraussichtlicher Beginn der Demo war zwischen 10 und 12 Uhr in Schwerin. Um dies zeitlich überhaupt zu schaffen, vereinbarten wir den Treffpunkt um 2 Uhr morgens im Raum Weiden - der frühe Vogel fängt den Wurm.

Ca. 10 Aktivisten aus dem Raum Weiden machten sich daraufhin auf den Weg in den Raum Hof, wo sich der zentrale Treffpunkt befand. Wir kamen pünktlich an und konnten erstmal den 4 Sterne Reisebus (Doppeldecker) begutachten. Anwesend waren außerdem Kameraden aus Hochfranken, Niederbayern, Ingolstadt, Amberg und sogar aus der Ostmark. Nachdem die Plätze bezogen wurden, erfuhren wir, dass das OVG Greifswald unsere Demonstration um Mitternacht wieder verboten hatte. Ebenso erhielten wir die Nachricht einer Klage der NPD vor dem Bundesverfassungsgericht gegen dieses Urteil.

Die Richter in Karlsruhe hatten nun die Aufgabe, innerhalb von nur ein paar Stunden ein Urteil zu fällen. Als wir um kurz nach 3 Uhr Richtung Schwerin losfuhren, wussten wir also nicht, was dieser Tag bringen würde.

Die Fahrt verlief recht unspektakulär, lediglich einige Telefonate wurden geführt, um immer auf dem neuesten Stand zu bleiben. Dank guter Durchschnittsgeschwindigkeit waren wir um etwa 7.30 Uhr auf einer Raststätte westlich von Berlin angekommen und legten dort eine Pause ein. Auch hier wurde wieder oft zum Hörer gegriffen und die Reiseleitung versuchte mit allen Mitteln an neue Informationen über die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zu gelangen. Nach einer Beratung der Führungskräfte der teilnehmenden Gruppen wurde ein Zeitlimit bis 8.30 Uhr vereinbart. Als dieser Zeitpunkt verstrichen war, musste man nun davon ausgehen dass die Demonstration in Schwerin nicht stattfinden würde. Keiner wusste nun so recht, was man machen sollte. Die Kreisvorsitzenden der Verbände Hof / Wunsiedel und Weiden / OPf. entschieden daraufhin, erst einmal nach Berlin-Mitte zu fahren, um dort die Zeit bis zur Entscheidung des BVerfG abzuwarten.

Nach einstündiger Fahrt kam man dann am Platz des "17. Juni" in Berlin an. Mittlerweile erreichte uns auch die Meldung aus Karlsruhe: Die Richter sahen sich nicht im Stande, in dieser kurzen Zeit ein Urteil zu fällen - Das Urteil von Greifswald war also für diesen Samstag das letzte Wort. Wie wir also richtig vermuteten, blieb Schwerin an diesem Tag für uns Tabu. Telefonisch wurde deshalb sofort vereinbart, dass sich ein Bus aus Thüringen, der gerade die A9 in Richtung Schwerin unterwegs gewesen war, mit an der von uns zu initiierenden Spontanaktion beteiligen sollte...

In den wenigen Minuten vor Eintreffen des Busses wartete man im Park neben der Bushaltestelle. 60 Personen standen nun also mit der Natur im Einklang ca. 400 m vor dem Tor der Freiheit. Für die wenigen vorbeijoggenden Personen bot sich ein sicherlich interessanter Anblick. Nach kurzer Wartezeit traf dann auch der Bus aus Thüringen ein. Nach sofortiger Demoformierung stand man auch schon mit ca. 140 Personen auf der Straße und marschierte mit Sprechchören direkt auf den zentralen Durchgang des Brandenburger Tores zu. Sehr viele Touristen hatten an diesem Tag Glück und hielten die Erinnerungen mit ihren Kameras fest. Hunderte Menschen konnten sich ein Bild über unsere Ziele machen - mal ganz ohne Polizei und den Systemlemmingen der Antifa. Der erste Durchmarsch durchs Brandenburger Tor erfolgt völlig ohne Widerstand. Weiter ging es, am Hotel Adlon vorbei, Richtung "Unter den Linden". Erste Polizeikräfte trafen daraufhin ein, waren aber zahlenmäßig nicht in der Lage, unsere Spontandemo zu behindern. Nach ca. 300 m legten wir eine 180° Drehung ein und gingen unter lauten globalisierungskritischen Aussagen, wie z. B. "Globalisierung ist Völkermord", zurück in Richtung Ausgangspunkt. Als wir am Pariser Platz angekommen waren, hatte die Polizei bereits ein relativ großes Aufgebot mobilisiert und versuchte nun, die Durchgänge des Brandenburger Tores zu blockieren. Da wir zurück zu unseren Bussen wollten, erfolgte die zweite Durchquerung im Laufschritt. Die Polizei stürmte währenddessen in unsere bereits gut verstreute Masse und schaffte es 13 Personen, zum Teil mit brutaler Gewalt, festzunehmen. Der Rest war nach kurzem Sprint zurück im Bus.

Im Nachhinein berichte die Lizenzpresse, dass Polizisten von uns attackiert und sogar verletzt worden sein sollen, was eine dreiste Lüge darstellt. Verletzte Polizisten gab es an diesem Tag nur in Rostock, wo hirnlose Gewalttäter mit Antifa-Beflaggung zeigten, dass Sie mit Politik nichts zu tun haben.

Nachdem wir wieder im Bus waren, wurde dieser mit den mittlerweile in sehr großer Anzahl eingetroffenen Polizeikräften umstellt. Das Brandenburger Tor wurde darüber hinaus mit ca. 15 Einsatzwägen blockiert. Die Grünröcke betraten daraufhin unseren Bus und glaubten, uns zu irgendwelchen Aussagen zum Thema bewegen zu können, bissen sich aber hierbei die Zähne aus. Alle Insassen sagten keinen Ton und die nicht unbedingt davon begeisterten Staatsdiener verließen unter Knast-Drohungen das Gefährt. Beim nächsten Busbesuch wurden die Ausweise sämtlicher Teilnehmer eingesammelt. Während der "Auswertung" durften wir den Bus auch wieder verlassen. Team Green hatte sich also etwas vom Schock erholt und wurde wieder etwas erträglicher.

Nach der Feststellung der Personalien wurde der Bus samt Inhalt in Gewahrsam genommen und in eine Polizeizentrale nach Berlin-Mitte gebracht. Bei der Fahrt mit Polizeischutz durchs Regierungsviertel dachten sicher viele Bürger an hohen Staatsbesuch oder an eine berühmte Musikgruppe.

Wir wurden mitten ins Herz dieses Gebäudekomplexes gebracht, u. a. befanden sich dort durchaus bekannte Utensilien, wie z. B. drei Wasserwerfer. Ein Fußballplatz war ebenfalls nicht weit entfernt. Nachdem wir den Bus verlassen hatten, wurden wir in einen überdimensionierten Zwinger gebracht. Die sehr überraschten Beamten, welche ihr Leben in diesem Trakt verbringen dürfen, freuten sich anscheinend über etwas Abwechslung. Der Durchgang der vom Zwinger ins Gebäude führte trug die Bezeichnung "Gewahrsam-City" - sehr interessant.

Nach und nach wurden nun die ca. 50 Anwesenden mit einer Nummer fotografiert. Der Vorgang dauerte ca. 2 Stunden. Daraufhin wurden wir wieder in den Bus gebracht und aus dem Gebäudekomplex gefahren, natürlich mit grüner Begleitung. Da einige Kameraden aus unserem Bus zu den 13 am Brandenburger Tor Verhafteten gehörten, wurden wir zur Polizeistelle an der Luftbrücke gefahren. Offensichtlich wurden unsere Leute etwas intensiver behandelt, weshalb diese bei unserem Eintreffen noch nicht "abgefertigt" waren. Der Bus aus Thüringen war ebenfalls bereits vor Ort, ebenso Udo Voigt, der Parteivorsitzende der NPD, welcher uns in einer Rede im Bus zur gelungenen Spontandemo beglückwünschte. Weiterhin unterrichtete er uns über die vielen anderen Aktionen, die im ganzen Land durchgeführt wurden, was natürlich zu überschwänglichem Jubel führte. Vor den Augen der Fernsehkameras standen dann ca. 130 Kameraden gut gelaunt vor dem Polizeigebäude und nutzten die nahe gelegene Tankstelle um sich mit Getränken und Essen zu versorgen - immerhin hatte man mehrere Stunden "Zwinger" hinter sich.

Nachdem die Kameraden wieder in Freiheit waren, wurde man unter grünem Begleitschutz zur Stadtgrenze gebracht. Als das Polizeifahrzeug abdrehte und wir uns zurück ins heimatliche Bayern machten, hörten wir von den Berichten in den Nachrichten, Videotexten und im Internet.

Die Rückfahrt verlief ohne Schwierigkeiten, am Abend war man wieder in Hof und machte sich mit einem mehr als nur guten Gefühl auf den Weg nach Weiden, mit dem guten Wissen, heute Geschichte geschrieben zu haben...

Videoaufnahmen der Spontandemonstration: Ansehen
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